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NEURALGIEN
chronische Neuralgien

Neuralgien sind gekennzeichnet durch attackenweise auftretende "helle" Schmerzen im Ausbreitungsgebiet eines sensiblen (= Wahrnehmung / Empfindung betreffend) oder gemischten (= Wahrnehmung / Empfindung sowie Muskelaktivität betreffend) Nervs, im eigentlichen Sinne ohne Sensibilitätsstörung und ohne nachweisbare Ursache (Neuralgia sui generis).

Wie kommt es zu (echten) Neuralgien?

Aus bisher ungeklärter Ursache, vermutlich aber durch Störungen im Metabolismus (= Stoffwechselvorgänge), ist die Nervenzelle nicht in der Lage, ein stabiles Membranpotential (= bioelektrische Aktivität an biologischen Strukturen mit abschließender, begrenzender oder trennender Funktion) von 60-90mV (= 60-90 tausendstel Volt) aufrechtzuerhalten, weshalb schon geringe taktile (= den Tastsinn betreffende) und thermische (= die Temperatur betreffende) Reize zu einer Depolarisation (= Verminderung oder Aufhebung der Spannung an der Trennschicht) und damit zu Schmerzen führen können. Die nachfolgende Repolarisation (= Wiederaufbau der Spannung an der Trennschicht) erfordert von der Zelle eine hohe energetische Leistung, die dem ohnehin geschwächten Metabolismus (= Stoffwechselvorgänge) zusätzlich abverlangt wird. Mit jeder De- und nachfolgenden Repolarisation erschöpfen sich zunehmend die energetischen Reserven und das Membranpotential sinkt weiter ab, wodurch die Anfälligkeit auf depolarisierende (= Verminderung oder Aufhebung der Spannung an der Trennschicht bewirkende) Reize weiter zunimmt; damit tritt ein Circulus vitiosus (= Teufelskreis) ein.

Warum ist gerade bei (echten) Neuralgien die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) so hilfreich ?

Mit Nervenblockaden wird die Schmerzreizleitung unterbrochen, d.h., die Depolarisation (= Verminderung oder Aufhebung der Spannung an der Trennschicht) verhindert, damit erübrigt sich die energieverzehrende Repolarisation (= Wiederaufbau der Spannung an der Trennschicht). Durch die gleichzeitige Blockade der sympathischen (= das unwillkürliche Nervensystem betreffende) Faseranteile (Sympathikolyse) wird die Durchblutung und damit die Nutrition (= Ernährung der Zelle) verbessert, so daß sich der Metabolismus (= Stoffwechsel) für die Dauer der Blockade erholen kann.
In der Regel reicht eine einmalige Nervenblockade jedoch nicht aus, so daß, je nach Ausmaß der mutmaßlichen metabolischen (= den Stoffwechsel betreffende) Störung, weitere Blockaden erforderlich sind. Es leuchtet ein, daß der optimale Zeitpunkt für die Folgeblockade der Moment ist, in dem die vorausgegangene eben abgeklungen ist, weil sonst die Gefahr besteht, daß der beschriebene Circulus vitiosus (= Teufelskreis) erneut in Gang kommt.
In der Praxis ist eine solche optimale, nahtlose Blockadebehandlung natürlich kaum durchführbar, eher schon unter stationären Bedingungen.
Andererseits läßt sich damit begründen, daß es in vielen Fällen sinnlos ist, die
therapeutische n Blockaden in größeren Zeitabständen durchzuführen, so z.B. nur 2 mal wöchentlich im Rahmen einer ambulanten Schmerztherapie.

Unter stationären Bedingungen haben sich aus vorgenannten Gründen zur Schmerzbehandlung im Rahmen der Lokalanästhesie (therapeutische) kontinuierliche Blockaden mit eingepflanztem Katheter (= dünner Kunststoffschlauch) sehr bewährt.
Neben der Möglichkeit, einen Nerv lückenlos, so zu sagen rund um die Uhr betäuben zu können, bietet diese Technik noch weitere Vorteile:

  1. Wenn der Katheter einmal korrekt implantiert (= eingepflanzt) ist, sind die Folgeblockaden von gleichbleibender Qualität.

  2. Das methodische Risiko, das bei jeder Single-shot-Injektion (= Einzelblockade) erneut gegeben ist (versehentliche intravasale (= in ein Blutgefäß verabreichte) Injektion, Traumatisierung (= Verletzung)) bleibt auf die einmalige Implantation (= Einpflanzung) beschränkt.

  3. Die Wirkung verschiedener Lokalanästhetika-(= örtliche Betäubungsmittel) Konzentrationen und -Volumina (= Mengen) kann besser beurteilt werden, da die Instillation (= das Einbringen, die Verabreichung) jeweils am gleichen Ort erfolgt, was bei Single-shot-Injektionen (= Einzelblockaden) nicht gewährleistet ist, besonders wenn organisationsbedingt mehrere Ärzte an der Therapie beteiligt sind.

Die therapeutische Lokalanästhesie ist und bleibt die wirksamste Waffe gegen (echte) Neuralgien.

Theoretisch könnte diese Schmerzform jeden Nerv betreffen. Die Praxis zeigt aber, daß nur wenige Nerven Neuralgien entwickeln können.

Die verschiedenen Neuralgien (einfach anklicken):

Wer bezahlt eigentlich eine erforderliche, stationäre Rehabilitationsbehandlung?
(Originaltext der Bundesregierung): "Die Krankenversicherung finanziert Rehabilitationsleistungen, wenn diese erforderlich sind, um eine Kran
kheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Beschwerden zu lindern, sofern die Erwerbsfähigkeit nicht erheblich gefährdet oder gemindert ist. Sie ist auch zuständig, wenn es darum geht, einer drohenden Behinderung oder Pflegebedürftigkeit vorzubeugen".
Hinzu kommt seit dem 1.4.2007, daß laut Bundesministerium für Gesundheit alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung jetzt sogar selbst aussuchenkönnen.
Die Rentenversicherungen sind demnach nur dann zuständig, wenn die "Behandlungen der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bzw. Wiedereingliederung ins Berufsleben dienen". Wenn also Ihre Rentenversicherung in diesem Sinne laut Bescheid keinen Handlungsbedarf sieht, dann ist offensichtlich Ihre Krankenkasse für die Kostenübernahme der stationären Rehabilitation zuständig. Die Originaltexte finden Sie hier: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st

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Aktualisiert: >12.03.2008</>
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